Stadt Camburg


  Einwohner: 3000
  Ortsteile: Döbrichau, Döbritschen, Posewitz, Schinditz, Stöben, Tümpling, Wonnitz, Zöthen


Helle Kalkfelsen über den Dächern schmaler Straßen prägen das Bild der Stadt. Der Ort wird von der Saale in zwei Teile getrennt und war bereits im Mittelalter auf beiden Seiten befestigt. Über den Fluß verbinden zwei Brücken die im Osten gelegene Meißner Seite mit der Thüringer Seite, die sich nach Westen hin ausbreitet.
Camburg wurde und wird wie kaum eine andere Saalestadt durch den Fluß geprägt. Zwar brachte die Saale durch zahlreiche Hochwasser immer wieder Gefahr für die Bewohner, aber sie sicherte auch über Jahrhunderte durch die Flößerei und jährliche Holzmessen, durch die Fischerei und die Saalemühle das tägliche Brot und verhalf den Camburgern zu bescheidenem Wohlstand.
Ansicht Camburg

Veranstaltungen:
  Neptunfest mit Showprogramm und Feuerwerk
  Camburger Karneval
  Schützenfest
  Tag des Pferdes (in Posewitz, aus der Tradition des früheren Gestüts Zöthen entstanden)

sehenswert:
  Stadtkern (zum Denkmalschutzensemble erklärt)
  Bergfried der Camburg
  Heimatmuseum
  Wappenhaus mit einem Fries aller Wappen der ehemaligen Grafschaft Camburg
  Wasserkraftwerk in Döbritschen
  romanische Cyriaksruine am Wanderweg nach Stöben
  Klausloch - Höhle, die im Mittelalter als Einsiedelei diente
  Schloß Tümpling
  Herrenhaus des Rittergutes Zöthen
  Schwimmbad mit 5000 m2 Wasserfläche

Stadtwappen
Stadtwappen

Das Stadtwappen stellt den Heiligen Laurentius in blauem Gewand mit schwarzem Rost in der Rechten und grünem Palmzweig in der Linken dar. Die Legende berichtet, dass Laurentius bei der Christenverfolgung die Schätze der Kirche ausliefern sollte. Als er die Armen und Kranken als solche Schätze bezeichnete, wurde er auf dem Rost lebendig verbrannt.
Den heiligen Laurentius zeigt schon das älteste Stadtsiegel.

Rathaus

Nachdem das im Jahre 1741 erbaute alte Rathaus den Ansprüchen der Stadt nicht mehr genügte, wurde 1888-1890 für über 1/4 Million Mark das neue Rathaus gebaut. Es war als reines Vergnügnungslokal gedacht - erst 1909 wurde für Büroräume des Bürgermeisters und der Polizei Platz geschaffen. Der Rathausturm ist 25 m hoch und hat zwei Glocken,die die Zeit angeben und früher als Alarm- und Sturmglocken genutzt wurden. Durch einen schweren Sturm im Januar 1994 wurde die Rathausturmspitze abgeknickt und mußte abgenommen werden. Die Reste der Spitze waren nicht mehr zu gebrauchen und so wurde im Mai 1995 eine originalgetreue neue Turmkugel samt Wetterfahne und Zubehör auf den ihr gebührenden Platz in luftiger Höhe gebracht.

Rathaus

Burganlage
Burganlage

Karl der Große baute 742 - 814 die Grenzbefestigungen des Frankenreiches an der Saale aus. Es entstanden Holzbefestigungen auf dem Turmberg und am westlichen Saaleufer Anlagen zum Schutz der Furt. Unter den Königen Heinrich I. und Otto I. wurden die Befestigungen ausgebaut und Grenzmarken gebildet.
Die Burg wurde zum Ende des sächsischen Bruderkrieges 1451 zerstört. Nur der Rundturm blieb erhalten und ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Nach Voranmeldung im Rathaus kann der Turm bestiegen werden und bietet einen interessanten Blick über Camburg. Die anderen Gebäude der Anlage wurden erst 1934 erbaut.
Zur Zeit wird die Burg für die Nutzung durch die Vereine der Stadt wieder hergerichtet. Am Himmelfahrtstag 2000 wurde von der Möglichkeit, Burg und Bergfried zu besichtigen, rege Gebrauch gemacht.

Wappenhaus

1928 wurde das Kreishaus mit den Wappen der Dörfer der ehemaligen Grafschaft Camburg eingeweiht. In diesem Haus, das vorher die Post beherbergte, befand sich die Verwaltung der selbstständigen "Kreisabteilung Camburg".

Wappenhaus

Hausbruecke
Hausbrücke

709 verkaufte die Mühle die Feldstücke zwischen Saale und Lache an private Eigentümer. Diese schufen sich in der Folgezeit einen eigenen Zugang zu dem "Wehrigt" durch die Hausbrücke. Eine Besonderheit sind die an beiden Seiten angebrachten Tore. Sie wurden nachts verschlossen, um Dieben den Zugang zu den "Krautländern" zu verwehren.
1968 wurde die Lache mit Erd-und Schuttmassen verfüllt und die Hausbrücke stand viele Jahre scheinbar sinnlos auf dem Trockenen. Erst 1995 bekam sie mit der erneuten Instandsetzung der Lache ihre eigentliche Bestimmung zurück. Nach 27 Jahren laufen die Turbinen der Mühle nun wieder auf Wasserkraft und die Hausbrücke verbindet abermals die kleine Insel zwischen Saale und Lache mit dem Festland. Gleichzeitig ist durch das Gewässer und dessen Uferzone für Pflanzen und Tiere ein wichtiger Lebensraum abermals entstanden.

Cyriakskirche

1,5 km nordwestlich von Camburg befindet sich die Ruine dieser romanischen Kirche. Erbaut wurde die Kirche vermutlich um das Jahr 1000 als Stiftung einer Feudalherrin. 1121 urkundliche Erwähnung als Kirche von "Stubi". 1539 hat der letzte Pfarrer die Kirche verlassen. Danach verfiel sie und lieferte Baumaterial für die umliegenden Ortschaften.

Cyriakskirche

Klause
Klause

Am Weg nach Tümpling sehen wir oberhalb der Saale eine in den Kalkfelsen gehauene romanische Anlage, die Klause, auch Klausloch genannt. Vom Weg aus führen Steinstufen in die Höhle, die in zwei Räume gegliedert ist. An eine kleine Kapelle mit noch erkennbarer Altarnische schließt sich der Wohnraum des "Klausners" an, der sicher im frühen Mittelalter hier gewohnt hat.

Stadtkirche

Die Stadtkirche war vor der Reformation dem Heiligen Laurentius geweiht. 1701 traf ein Blitz während des Gottesdienstes das Gebäude Es wurde bis auf den Turm zerstört. Der Wiederaufbau wurde durch die Einweihung am Trinitatistag 1708 beendet. Der reich geschnitzte Altar stammt von 1712.
Im Jahre 1890 wurde Camburg vom größten Hochwasser in seiner Geschichte heimgesucht, im Altarraum der Kirche stand das Wasser einen Meter hoch. Die Schäden waren so groß, dass das Kirchenschiff 1898 schließlich abgerissen werden musste, aber bereits im September 1899 konnte die neu aufgebaute Kirche wieder eingeweiht werden. Zum 100järigen Jubiläum des neuen Kirchenschiffes im Jahre 1999 wurde die Kirche besonders herausgeputzt.

Stadtkirche

Heimatmuseum
Heimatmuseum

In der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte werden vom Faustkeil der Altsteinzeit bis zum Steinbeil der Jugendsteinzeit Fundstücke aus der Camburger Region gezeigt. Urnen der Bandkeramiker, Handmühlen, Werkzeuge und Waffen der verschiedenen Kulturgruppen zeigen anschaulich, wie dicht bevölkert dieses Siedlungsgebiet war. Es wird weiterhin eine Übersicht zur Erdgeschichte, Geologie und Entwicklung des Lebens gegeben.
Im Raum für Stadtgeschichte wird die Entwicklung Camburgs und seiner umliegenden Dörfer vom späten Mittelalter bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts vorgestellt. Dazu gehören die kolorierten Reproduktionen aus der "Beschreibung des Fürstl. Sächs. Ambts Camburg v. J. 1674", die wohl ältesten erhaltenen Abbildungen der Stadt. Stadtansichten und Stiche aus verschiedenen Zeitabschnitten, eine handgeschriebene Bürger- und Stadtordnung von 1585, Hieb-und Schusswaffen aus den Befreiungskriegen, Ausrüstungsgegenstände der Bürgerwehr sowie Hinweise auf die Camburger Schützengesellschaft und das Vogelschießen schließen diese Abteilung ab.
Der größte Raum des Hauses erinnert an die Tradition des Camburger Handwerks. Erzeugnisse aus Holz, Metall, lnnungsladen, Handwerkszeichen, geschnitzte Eichensäulen und Hausrat aus Zinn, Messing und Kupfer sind in reicher Auswahl zu sehen, aber auch Erzeugnisse längst ausgestorbener Handwerkszweige wie die der Töpfer und Blaudrucker. Vertreten ist auch die alte und neue Thüringer Keramik mit Erzeugnissen der umliegenden Töpferzentren. Als Attraktion gilt eine Spieluhr von 1890, die den Besucher mit alten Melodien erfreut. Bäuerlicher Hausrat und Geräte aus Holz schließen den Ausstellungsrundgang ab.
An die ehemalige Nutzung der Räumlichkeiten als Gefängnis erinnern drei massive Eichentüren mit originaler Verriegelung und Sichtloch.

Amtshof 1-2
07774 Camburg
Tel.: 036421/22188

Öffnungszeiten: Di.- Mi.- Do. 9.00-11.00 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr,
Fr.: 9.00 -11.00 Uhr,
So.: 14.00-16.00 Uhr
Gruppen nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeit!